Wasser gemeinsam schützen: 5 Gemeinschaftsziele für einen nachhaltigen Umgang mit Wasser

Wasser ist unsere Lebensgrundlage – und gleichzeitig keine Selbstverständlichkeit. Es begleitet uns jeden Tag: beim Trinken, Kochen, Duschen, Waschen, in der Landwirtschaft, in der Natur und in unseren Städten. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Wasser wird daher immer wichtiger.
Wasser ist das diesjährige Schwerpunktthema der Aktionstage Nachhaltigkeit. Die Aktionstage machen sichtbar, wie vielfältig nachhaltiges Handeln sein kann, und laden dazu ein, gemeinsam aktiv zu werden. Denn beim Thema Wasser geht es nicht nur darum, weniger zu verbrauchen. Es geht darum, Wasser als wertvolle Ressource zu schützen, im natürlichen Kreislauf zu halten und für alle zugänglich zu machen.
In Österreich verbraucht eine Person im Haushalt durchschnittlich rund 130 Liter Trinkwasser pro Tag. Nur etwa drei Liter davon werden direkt zum Trinken und Kochen verwendet. Das zeigt: Nachhaltiger Umgang mit Wasser bedeutet weit mehr als klassisches „Wassersparen“.
Es geht darum, Regenwasser zurückzuhalten, Flächen zu entsiegeln, Gewässer zu schützen, natürliche Wasserkreisläufe zu stärken und den Zugang zu Trinkwasser zu sichern.
1. Bewusstseinsbildung – Wasser sichtbar machen
Der erste Schritt zu einem nachhaltigen Umgang mit Wasser ist, seinen Wert sichtbar zu machen. Wo verbrauchen wir Wasser? Welche Rolle spielt Wasser in unserem Alltag? Und was können wir selbst verändern?
Viele Zusammenhänge sind auf den ersten Blick gar nicht sichtbar. Wasser steckt nicht nur im Trinkglas, sondern auch in Lebensmitteln, Kleidung und zahlreichen Produkten, die wir täglich verwenden.
Zahl des Tages: Rund 130 Liter Trinkwasser verbraucht eine Person in Österreich durchschnittlich pro Tag im Haushalt.
Bewusstseinsbildung bedeutet deshalb, Wissen zu vermitteln, Zusammenhänge verständlich zu machen und konkrete Möglichkeiten zum Handeln aufzuzeigen – in Schulen, Gemeinden, Betrieben, Vereinen und im eigenen Zuhause.
2. Flächenentsiegelung – Raum für Wasser schaffen
Beton und Asphalt machen Flächen widerstandsfähig und praktisch – gleichzeitig verhindern sie, dass Regenwasser in den Boden gelangt. Gerade bei starken Niederschlägen kann das zum Problem werden: Wasser kann nicht versickern, fließt oberirdisch ab und belastet die Kanalisation.
Entsiegelte Flächen, Grünflächen, Bäume und wasserdurchlässige Beläge helfen dabei, Regenwasser vor Ort zurückzuhalten und dem natürlichen Wasserkreislauf wieder zuzuführen. Gleichzeitig schaffen sie wertvolle Lebensräume und können Städte an heißen Tagen kühlen.
Gut zu wissen: 1 mm Regen entspricht 1 Liter Wasser pro Quadratmeter. Auf einer Fläche von 100 m² sind das bei 20 mm Niederschlag bereits 2.000 Liter Wasser.
Jeder entsiegelte Quadratmeter kann daher einen Beitrag leisten – vom begrünten Innenhof über einen wasserdurchlässigen Parkplatz bis hin zu naturnah gestalteten öffentlichen Flächen.
3. Regenwassernutzung – Niederschlag als Ressource nutzen
Regen fällt direkt vor unserer Haustür – und ist eine wertvolle Ressource. Anstatt möglichst schnell über Kanalisation und Abflüsse abgeleitet zu werden, kann Regenwasser gesammelt, gespeichert und später genutzt werden.
Zum Beispiel für die Gartenbewässerung, die Versorgung von Grünflächen oder andere geeignete Anwendungen, bei denen kein Trinkwasser erforderlich ist.
Beispiel: 20 mm Regen auf einem 50-m²-Dach ergeben theoretisch 1.000 Liter Wasser.
Regenwassernutzung verbindet damit zwei Ziele: Trinkwasser kann eingespart und gleichzeitig Regenwasser im lokalen Wasserkreislauf gehalten werden.
4. Gewässerpatenschaften – Verantwortung für unsere Gewässer übernehmen
Bäche, Flüsse, Teiche und Seen sind mehr als Wasserflächen. Sie sind wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen, prägen unsere Landschaft und haben eine zentrale Bedeutung für den natürlichen Wasserkreislauf.
Mit Gewässerpatenschaften können Menschen eine direkte Verbindung zu einem Gewässer in ihrer Umgebung aufbauen. Beobachtungen, Pflegeaktionen, Renaturierungsmaßnahmen oder gemeinsame Müllsammelaktionen machen Gewässerschutz konkret und erlebbar.
Fakt: Österreich verfügt über zahlreiche ausgewiesene Badegewässer. 2025 wurden 96,5 % der 260 untersuchten Badestellen als „exzellent“ eingestuft.
Gewässerschutz beginnt dabei oft im Kleinen: Wer sein lokales Gewässer kennt, beobachtet und schätzt, entwickelt auch ein stärkeres Bewusstsein für dessen Schutz.
5. Trinkwasserspender – Wasser für alle zugänglich machen
Hochwertiges Leitungswasser ist in Österreich vielerorts selbstverständlich. Öffentliche Trinkbrunnen machen diese Ressource auch unterwegs kostenlos und unkompliziert zugänglich.
Das ist besonders an heißen Tagen, auf öffentlichen Plätzen, bei Veranstaltungen und an stark frequentierten Orten wichtig. Gleichzeitig können Trinkbrunnen dazu beitragen, den Bedarf an abgefülltem Wasser und damit auch an Einwegverpackungen zu reduzieren.
Wien zeigt, was möglich ist: 2026 wurde der 1.800. öffentliche Trinkbrunnen der Stadt in Betrieb genommen.
Öffentliche Trinkwasserversorgung ist damit nicht nur eine Frage der Infrastruktur, sondern auch ein Beitrag zu einer lebenswerten, klimaangepassten und sozialen Stadt.
Fünf Ziele – ein gemeinsamer Wasserkreislauf
Bewusstsein schaffen.
Flächen öffnen.
Regenwasser nutzen.
Gewässer schützen.
Trinkwasser zugänglich machen.
Diese fünf Ziele zeigen: Nachhaltiger Umgang mit Wasser hat viele Seiten. Es geht um unser persönliches Verhalten ebenso wie um die Gestaltung unserer Gemeinden und Städte. Es geht um Infrastruktur, Natur, Bildung und gemeinschaftliches Engagement.
Und vor allem geht es darum, Wasser nicht isoliert zu betrachten, sondern als Teil eines gemeinsamen Kreislaufs.
Jede Maßnahme zählt – vom bewussteren Umgang mit Wasser im eigenen Haushalt über die Begrünung eines Innenhofs bis zur Entsiegelung öffentlicher Flächen, der Nutzung von Regenwasser oder einer Gewässerpatenschaft.
Die Aktionstage Nachhaltigkeit laden dazu ein, genau hier anzusetzen: Wissen teilen, Ideen sichtbar machen und gemeinsam ins Handeln kommen.
Denn Wasser ist nicht nur eine Ressource.
Wasser ist Lebensgrundlage. Wasser verbindet. Wasser ist Gemeinschaftssache.












