Wertvolle Lebensmittel schützen und Lebensmittelabfälle vermeiden

Wertvolle Lebensmittel schützen und Lebensmittelabfälle vermeiden

Gutes Essen ist nicht nur eine Lebensgrundlage, sondern auch ein wertvoller Bestandteil unseres gesellschaftlichen und kulturellen Lebens. Wir denken nostalgisch an unsere Kindheit zurück, wenn wir den selbst gemachten Eintopf unserer Großmutter genießen und feiern wichtige Ereignisse mit Freunden und Familie bei einem gemeinsamen Essen. Umso schockierender ist der Fakt, dass jedes dritte Lebensmittel, das zum Essen bestimmt war, vernichtet wird. Wir geben Ihnen wertvolle Tipps, wie Sie Lebensmittelverschwendung in Zukunft deutlich reduzieren und damit auch bares Geld sparen.

 

Im Jahr 2021 lag die Gesamtsumme an Lebensmittelabfällen in der EU bei über 58 Millionen Tonnen. Die Folgen von Lebensmittelverschwendung wirken sich auf ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Ebene negativ aus.

 

 

Wo entstehen Lebensmittelabfälle?

 

Lebensmittelabfälle entstehen bereits in der Landwirtschaft. Ca. 15 Prozent werden kurz nach der Ernte bereits als Abfall deklariert. In der Lebensmittelproduktion fallen dann weitere 15 % an Abfällen an, dicht gefolgt von Lebensmittelabfällen aus der Außer-Haus-Verpflegung (Restaurants, Hotels oder Betriebsküchen) mit 14 %. Supermarktketten stehen oft in der Kritik, große Mengen an Lebensmitteln zu entsorgen. Tatsache ist, dass im Handel 9 % an Lebensmittelabfällen anfallen. Der größte Teil an Lebensmittelabfällen fällt tatsächlich in privaten Haushalten an. Die gute Nachricht? Wir können selbst aktiv werden und Maßnahmen ergreifen, um Lebensmittelabfälle deutlich zu reduzieren.

 

MDH heißt „Mindesthaltbarkeitsdatum“ und nicht „Macht dich hinüber“

 

Das Mindesthaltbarkeitsdatum – kurz MDH – ist die Garantie des Herstellers, dass die charakteristischen Produkteigenschaften eines Lebensmittels vorhanden sind. Ist das MDH überschritten, bedeutet das nicht, dass die Lebensmittel schlecht sind. Bei richtiger Lagerung und intakter Verpackung halten viele Lebensmittel deutlich länger. Ob das Produkt noch genießbar ist, kann man ganz einfach feststellen, indem man es sich genau ansieht, daran riecht und es probiert. Allein an Farbe, Geruch und Geschmack können Sie erkennen, ob ein Lebensmittel noch genießbar ist. Vertrauen Sie Ihren Sinnen.

 

Bei sehr leicht verderblichen Produkten wie Fleisch oder Fisch wird das MDH durch das Verbrauchsdatum – VD – ersetzt. Hier gilt tatsächlich: ist das Datum überschritten. Ist das Lebensmittel zu entsorgen, da es als nicht mehr sicher gilt. Achten Sie daher bei diesen Lebensmitteln darauf, dieses rechtzeitig zu essen oder vor dem Ablauf des Datums einzufrieren.

 

Regelmäßiges Überprüfen Ihrer Vorräte und FIFO-Prinzip nutzen

 

Überprüfen Sie regelmäßig Ihren Kühlschrank und Ihre Regale. Nutzen Sie beim Einräumen das First-In-First-Out (FIFO) Prinzip. Lebensmittel, die zuerst gekauft wurden, werden im Regal nach vorne gestellt und neue Lebensmittel reihen sich dahinter ein. So stellen Sie sicher, dass die älteren Nahrungsmittel zuerst verbraucht werden.

 

Eingefrorene Lebensmittel sind deutlich länger haltbar, sodass man flexibel auf diese zugreifen kann. Nichtsdestotrotz halten sie nicht ewig und durch falsches Einfrieren kann Gefrierbrand entstehen, der die Qualität der Lebensmittel mindert. Verwenden Sie daher luftdichte Gefrierbeutel oder Behälter und achten Sie auf ausreichend Platz, da die Lebensmittel sich beim Gefrieren ausdehnen können. Beschriften Sie anschließend die Verpackung mit dem Inhalt und dem Einfrierdatum. Achten Sie darauf, die älteren Lebensmittel zuerst zu verbrauchen. Für einen besseren Überblick führen Sie am besten eine Liste über den Inhalt Ihres Gefrierschranks. Dadurch vermeiden Sie unnötig langes Suchen und Temperaturschwankungen.

 

Die richtige Lagerung

 

Vor allem frische Lebensmittel haben nur eine sehr begrenzte Lagerdauer. Umso wichtiger ist es, diese korrekt zu lagern. Die meisten Obst- und Gemüsesorte bleiben gekühlt länger frisch. Achten sie dabei auf die unterschiedlichen Temperaturvorlieben und nutzen Sie die unterschiedlichen Kältezonen Ihres Kühlschranks.

 

Die meisten Obst- und Gemüsesorten können problemlos eingefroren werden. Wichtig ist dabei zu beachten, dass sich die Konsistenz nach dem Auftauen ändern kann. Das kommt daher, dass manche Sorten Wasser verlieren und dadurch matschig werden. Verwenden Sie solches Obst und Gemüse daher nur in Speisen, bei denen die Konsistenz nicht so wichtig ist. Z.B. können Sie aus gefrorenen Himbeeren ein leckeres Himbeersorbet zaubern. Die gute Nachricht: Geschmack und Nährstoffgehalt ändern sich nicht.

 

Wochenplan erstellen und vernünftig einkaufen

 

Mit der Erstellung eines wöchentlichen Speiseplans kann man dafür sorgen, dass genau die Lebensmittel gekauft werden, die man tatsächlich benötigt. Vorab ist es wichtig, die eigenen Vorräte zu überprüfen und zuerst aufzubrauchen. Fehlende Zutaten werden dann auf dem Einkaufszettel notiert. Die Einkaufsliste sorgt auch dafür, dass wenige ungewollte Produkte im Einkaufswagen landen, sodass nur das gekauft wird, was man wirklich braucht.

 

Tipp: Gehen Sie nie hungrig einkaufen, denn das führt dazu, dass Sie mehr kaufen als geplant.

 

Was, wenn etwas dazwischenkommt?

Sollten sich die Pläne ändern, dann kann man die bereits gekauften Lebensmittel verarbeiten, um sie für einen späteren Zeitpunkt zu verwerten. Brot können Sie beispielsweise in Würfel schneiden und anschließend trocknen, um dieses als Knödelbrot zu verwenden. Frisches Gemüse können Sie zubereiten, um es anschließend einzufrieren. Sie können natürlich auch komplette Mahlzeiten vorkochen und im Laufe der nächsten Tage verbrauchen oder einzufrieren.

 

Wenn Ihnen die Erfahrung zum Einkochen von Lebensmitteln fehlt, holen Sie sich Rat auf diversen Kochseiten oder suchen Sie nach Rezepten, die zu Ihren Zutaten passen.

 

Lebensmittelabfälle richtig entsorgen

 

Sollte es dennoch passieren, dass Lebensmittel nicht mehr rechtzeitig verwertet werden, ist es wichtig die Lebensmittelabfälle richtig zu entsorgen, denn sie bilden die Grundlage für wertvollen Kompost. Leider landen Lebensmittelabfälle viel zu oft im Restmüll, sodass diese wertvolle Ressource verloren geht.

 

Speiseabfälle, Lebensmittel, die das Verbrauchsdatum überschritten haben oder aufgrund von falscher Lagerung nicht mehr verzerrt werden können, sollten unbedingt im Bioabfall entsorgt werden. Mit einem passenden Sammelbehälter und kompostierbaren Müllbeuteln wird eine hygienische Sammlung von Lebensmittelabfällen gewährleistet. Der Abfall kann gemeinsam mit dem kompostierbaren Abfallbeuteln in der Biotonne entsorgt werden, da dieser sich in industriellen Kompostieranlagen ebenfalls vollständig zersetzt und kein persistentes Mikroplastik hinterlässt. Damit bleibt die gute Qualität des Komposts erhalten und die Felder oder auch Ihre eigenen Gemüsebeete werden mit wertvollen Nährstoffen versorgt, damit die Lebensmittel der Zukunft kräftig wachsen können.

 

Es liegt an uns, der Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken und bereits mit kleinen Maßnahmen kann man viel bewirken. Von der richtigen Lagerung bis hin zur Entsorgung, wertvolle Lebensmittel sind Teil unseres natürlichen Kreislaufs und gehören mit Respekt behandelt.