Dr. Ines Fritz, Expertin für biologisch abbaubare Kunststoffe an der BOKU und KBVÖ-Obmann Hubert Seiringer widersprechen neuesten Greenpeace-Aussagen.

(Wien, am 26. November 2019) Dr. Ines Fritz, Expertin für biologisch abbaubare Kunststoffe an der Universität für Bodenkultur in Wien (BOKU), bekräftigt, dass das Bio-Kreislauf-Sackerl biologisch abbaubar ist. „Nachdem ich mich mit den abbaubaren Kunststoffen seit nunmehr 25 Jahren beschäftige und mir über alle diese Jahre meine Unabhängigkeit bewahrt habe, kann ich nur bekräftigen, dass biologisch abbaubare Kunststoffe – im wahrsten Sinne dieser Bezeichnung – abbaubar sind und diese Bezeichnung durch die EN 13432-Zertifizierung bestätigt ist“, sagt Fritz.

Auch der Obmann des Kompost- und Biogas Verbands Österreich (KBVÖ) Hubert Seiringer unterstreicht den ökologischen Nutzen des Bio-Kreislauf-Sackerl. „Es ist für die Mehrfachnutzung (Einkauf, Aufbewahrung, Bioabfallsammlung) geeignet und hilft, Mikroplastik zu vermeiden“, sagt Seiringer.

KBVÖ steht hinter Gesetz zum Verbot von Einwegtragetaschen

Der KBVÖ vertritt zwei Drittel aller österreichischen Kompostanlagenbetreiber und begrüßt als unmittelbar betroffende Branchenvertretung ausdrücklich das Gesetz zum Verbot von Einwegtragetaschen sowie die Ausnahme für zertifiziert abbaubare Knotenbeutel. „Es ist nicht zu akzeptieren, dass branchenfremde Personen uns Kompostanlagenbetreiber immer wieder durch fragwürdige Wortspenden bevormunden. Das Konzept „Bio-Kreislauf-Sackerl“ wurde über Jahre mit den Fachbereichen und Mitgliedsbetrieben abgestimmt und ausgearbeitet. Wir stehen jedenfalls hinter diesem Gesetz der Bundesregierung!“, stellt Hubert Seiringer als Obmann und Kompostanlagenbetreiber dezitiert fest.

 EN 13432-Zertifizierung garantiert biologische Abbaubarkeit und hilft Plastikmüll zu vermeiden

„Die EN 13432-Zertifizierung ist für alle Verpackungsmaterialien in Europa möglich. Das Prüfverfahren zu bestehen, ist jedoch nicht leicht“, sagt Fritz. Die BOKU-Expertin erklärt die Voraussetzungen und den Prozess: „Die Überprüfung der Zusammensetzung schließt den Kunststoff, alle seine Zusätze und Bestandteile, sowie Druckfarben und Klebstoffe mit ein. Alle diese Teile müssen frei von Schadstoffen wie Schwermetallen sein und es muss ein vollständiger biologischer Abbau gewährleistet sein. Das Material muss vollständig in CO2, Wasser, Mineralstoffe und in neue mikrobielle Biomasse umgesetzt werden und wird einer Prüfung unter Kompostierungsbedingungen unterzogen. Dabei wird beobachtet und gemessen, ob das Produkt im Kompost während längstens 90 Tagen vollständig zerfällt und ob es die Arbeit des Kompostierens stört. Schlussendlich wird noch geprüft, ob die Kompostqualität beeinträchtigt wurde. Nur wenn das Produkt alle Anforderungen erfüllt, ist eine EN 13432-Zertifizierung möglich.

 Durch die Verwendung eines Bio-Kreislauf-Sackerls anstatt eines Plastiksackerls sieht Dr. Fritz einen zweifachen Nutzen für die Umwelt: „Es gibt eine Sofortwirkung und eine langfristige Verbesserung unserer Umweltsituation. Kurzfristig wird jedes Bio-Kreislauf-Sackerl, das ein Plastiksackerl ersetzt, den Eintritt von neuem Mikroplastik in unsere landwirtschaftlichen Böden verringern. Auch der Wind verweht Plastik und es sammelt sich in Windschutzgürteln oder sonst wo an. Ein verwehtes Bio-Kreislauf-Sackerl wird hingegen vollständig abgebaut und richtet somit keine Umweltschäden an. Dies ist der langfristige Effekt: eine mit den Jahren hoffentlich stetig geringer werdende Umweltverschmutzung mit Kunststoffresten.“

Weitere Informationen unter: www.biosackerl.at

Rückfragehinweis:
Benjamin Kloiber, BA, Martschin & Partner GmbH, Strategische Kommunikationsberatung, Albertgasse 1a, 1080 Wien, Tel. +43-1-409 77 20 DW 30, kloiber@martschin.com