Ein Vorzeigeprojekt in Sachen Bioabfall-Aufbereitung steht in Augsburg. Die Anlage zur Trockenvergärung von Bioabfällen
wurde vom Tiroler Unternehmen Thöni TTV errichtet und verarbeitet heute 105.000 Tonnen Bio- und Grünabfall pro Jahr zu Dünger, Kompost und Biogas.

In den drei riesigen, beheizten Fermentern wird der zerkleinerte und homogenisierte Bioabfall vergärt. Aus bis zu 105.000 TonnenBioabfall macht die Augsburger Bioabfallvergärungsanlage etwa 23.000 Tonnen Flüssigdünger, circa 20.000 Tonnen Kompost undcirca 35.000.000 Kilowattstunden Bioerdgas. Nur zum Vergleich: Allein mit dem Biogas können rund 3.900 Haushalte ein Jahr lang geheizt werden oder 3.800 Autos je ungefähr 15.000 km fahren.

So geht's - Bioabfall wird zu wertvollen Rohstoffen

Aus dem Flachbunker werden die Bio- und Grünabfälle mit Radladern zur groben Aufbereitung gebracht, die aus einem Zerkleinerungsaggregat, einem Metallabscheider und einem Sternsieb besteht. Das aufbereitete Material wird dann über Förderbänder zu den Zwischenspeichern transportiert. Anschließend werden die Bioabfälle homogenisiert und mittels Kolbenpumpen in die Fermenter gefördert. Die drei Fermenter sind mit einem gemeinsamen Gasspeicher ausgestattet. Das Gärsubstrat bleibt für durchschnittlich 18 Tage in den beheizten Fermentern. Dort wird unter anaeroben Prozessbedingungen, also unter Ausschluss von Sauerstoff, aus dem Gärsubstrat Biogas gewonnen. Im Anschluss an die Vergärung wird der Gärrest mittels einer Kolbenpumpe zu den Schneckenpressen gepumpt und dort in Presskuchen und Presswasser getrennt. Ein Teil des Presswassers wird direkt zur Befeuchtung des Inputmaterials für die Fermenter eingesetzt. Der Rest kommt in Lagerbehälter und wird für die Landwirtschaft genutzt. Der feste Gärrest wird anschließend in Rottehallen zu wertvollem Kompost verarbeitet. Das in den Fermentern erzeugte Methan wird in einer Aufbereitungsanlage für Biogas zu Biomethan veredelt und in das Gasnetz der Stadtwerke Augsburg eingespeist.

Thöni Abfallvergärung in Deutschland, Österreich und Schweden

Mit dem Bau von Bioabfallvergärungsanlagen beantwortet Thöni eine der Hauptforderungen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes: eine möglichst hochwertige stoffliche und energetische Verwertung organischer Abfälle. So werden Primärenergieträger wie Kohle, Öl oder Erdgas zur Bereitstellung von Strom und Wärme eingespart. Anlagen von Thöni wurden bereits unter anderem in Brandholz und Rhein-Main in Deutschland, in Roppen, Österreich und in Schweden errichtet.

www.thoeni.com


Diesen und weitere Artikel finden sie in der aktuellen Ausgabe unserer Firmenzeitung InZunkunft No. 02.